Alles über Recycling


Recycling ist das Neuaufbereiten und die Wiederverwertung von bestehenden Materialien, Abfallprodukten oder Kleidungsstücken. Recycling, ein englischer Begriff, bedeutet „in den Kreislauf zurückbringen“. Zum Beispiel sende ich meine Stoffreste an die Berliner Firma „Vivify Textiles“ zurück, die daraus neue Stoffe und Garne herstellt. So leiste ich meinen Beitrag zur Zero Waste Bewegung, was bedeutet, „besser leben ohne Müll“,„Null Abfall“ oder auch „Null Verschwendung“. Polyester ist derzeit das am meisten recycelte Material.

Beim trendigen UpCycling, englisch up gleich „nach oben“, werden Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Stoffe im kreativen Prozeß in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Diese Bewegung macht super viel Spaß. So stöberten wir 2010 in unserem UpCycling-Projekt auf dem St. Martins College in diversen SecondHandLäden, um Altes in Neues aufzupeppen. Wir besuchten auch textile Mülldeponien, nahmen dort kiloweise Klamotten mit und kreierten daraus z.B. Clutches oder machten aus alten Pullovern neue mit dem patchwork Prinzip. Es reicht auch, alte, vielleicht kaputte Kleidungsstücke aus dem eigenen Kleiderschrank zu entnehmen und diese neuaufzulegen. Pinterest dient dabei als eine tolle Inspirationsquelle. Es gibt mittlerweile in jeder Statt Nähcafés, wo man seine Kreativität ausleben kann.

Die Kleiderei aus Hamburg hat die Philosophie, Kleider zu vermieten, denn wie sie sagen, ist Leihen nachhaltiger als Kaufen. Ich habe mich jedoch noch nie in geliehenen oder secondhand Kleidung wohlgefühlt, da diese für mich mit fremden Energien belegt sind, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. Als Designerin ist es mein kreatives Talent und Streben, nachhaltig Neues und Schönes zu schaffen. Vivienne Westwood fordert sogar, man solle nichts mehr kaufen, nicht mal bei ihr. Sie mag recht haben, aber lebendig begraben möchte ich mich auch nicht.

Die Idee des ewigen Kreislaufs geht noch weiter. Sie verlangt das Produkte von Anfang an so konzipiert werden, dass die eingesetzten Rohstoffe in einen echten Kreislauf der Wiederverwertung gelangen. Das Prinzip lautet von der Wiege zur Wiege = Cradle-to-Cradle (C2C). Dahinter steht die Idee, einer abfallfreien Wirtschaftsweise. Produkte sollen in geschlossenen Kreisläufen hergestellt werden. Die Hersteller sollen keine »gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwenden und alle Stoffe sollen dauerhaft Nährstoffe für natürliche Kreisläufe oder geschlossene technische Kreisläufe sein.«

Mythos Recycling durch Kleiderspende

Bitte bringe Deine ungeliebten Kleider nicht in die Altkleidersammlung oder zu H&M. Spende direkt an soziale Einrichtungen oder Sozialkaufhäusern, hier findest Du mehr Infos. In meinem Artikel Alles über Polyester habe ich erwähnt, dass der Textilriese H&M sich laut deren Nachhaltigkeitsbericht als Recycling Pioniere sehen. Ungerne werden sie vom dänischen TV Sender darauf angesprochen, dass sie 12T Tonnen Textilien verbrennen, statt sie wie beworben zu recyceln: H&M bestätigt im Nachgang, dass zwar Kleidung verbrannt werde, allerdings nur "aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen", beispielweise wenn die Ware zu stark mit Chemikalien und Blei belastet sei. Iiii gitt. 

Gut 50% der gesammelten Altkleidertonnen werden für den globalen Secondhandmarkt aussortiert, der schon zum Teil gesättigt ist. Simbabwe hat sogar Importverbote für Altkleider verhängt. Wenig zielführend ist deshalb auch, dass immer mehr Modeketten Klamotten in ihren Filialen zurücknehmen. Denn auch bei der Wiederverwertung ist der hohe Kunststoffanteil das größte Hindernis. Zum einen scheitert das Faser-zu-Faser-Recycling schon an so banalen Fragen wie der Identifizierung der eingesetzten Bestandteile, weil Etiketten zum Beispiel aus der Kleidung herausgeschnitten wurden. Zum anderen stecken die technischen Verfahren, um unterschiedliche Kunstfasermixe wieder in ihre Einzelteile zu zerlegen und als Garne zu verwenden, noch im Entwicklungsstadium.

Warum ich meine Stoffreste recyceln kann und Deine Ware zurück nehme

Getreu dem cradle to cradle Konzept, recycel ich meine Stoffreste zum einen, weil ich es nicht ertrage diese einfach so weg zu schmeißen, zum anderen, weil ich keine Kunstfasern in meinen Eco Kollektionen verwende und alles vorsortiere für das Recyceln und Produzieren neuer Garne und Stoffe. Die Zusammenarbeit mit Vivify Textiles aus Berlin macht es mir möglich. Ich nehme lieber Deine bei mir eingekauften Teile zurück, als das sie irgendwo im Nirvana landen. Zum Glück ist das noch nicht vorgekommen, bisher kam immer das Feedback, dass ich Lieblingsteile kreiert habe.

750.000 Tonnen
Werden jährlich dem
Altkleiderkontainer gespendet

30 %

der Altkleidung sind tragbar

und werden Secondhand verkauft

50 %

der Altkleidung werden geschreddert und zu Putzlappen oder Dämmmaterial recycelt.

20 %

der Altkleidung werden verbrannt

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